Forschungsprojekt zum Einjährigen Berufkraut: Meckern, Mähen, Mulchen und mehr...

Mai 2015:

Das Einjährige Berufkraut (Erigeron annuus), auch als Feinstrahl bezeichnet, stammt ursprünglich aus Nordamerika und dem südlichen Kanada und wurde im 17. Jahrhundert als Zierpflanze nach Europa gebracht, ist also ein Neophyt. Anders als ihr Name vermuten lässt, ist die Art nicht immer einjährig, sondern kann auch zweijährig oder – bei Mahd – mehrjährig sein. In Südwestdeutschland, so auch im Naturschutzgebiet "Ölberg" bei Ehrenkirchen, bildet das Einjährige Berufkraut insbesondere auf ehemaligen Weinbergen trockenwarmer Standorte, welche in Magerrasen umgewandelt werden sollen, Dominanzbestände. Die Situation hier und in anderen Naturschutzgebieten in der Markgräfler Rheinebene sowie in der Schweiz lässt vermuten, dass das Invasions-Potential der Art bisher deutlich unterschätzt wird. 
Im Auftrag des Regierungspräsidiums Freiburg untersuchen wir in einem von 2015 bis 2019 laufenden Projekt unter Federführung von Rebecca Fies den Erfolg verschiedener Bewirtschaftungsmethoden im Hinblick auf die Zurückdrängung des Einjährigen Berufkrauts. Hierbei kommen unter anderem auch Ziegen zum Einsatz. Wir arbeiten in dem Projekt mit engagierten Ehrenamtlichen zusammen, die schon seit Langem am Ölberg aktiv sind: Dem Arbeitskreis Ortsgeschichte Ehrenkirchen und der BUND-Bezirksgruppe Schönberg. Erfahrene Landschaftspfleger und Ziegenhalter, welche die Pflegemaßnahmen durchführen, bringen ebenfalls ihre unverzichtbaren Kenntnisse in das Projekt ein.
 

Die Ehrenkircher Bevölkerung wurde über das Gemeindeblatt über den Beginn der Ziegenbeweidung informiert:pdf.

 

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Weißer Blüh-Aspekt des Einjährigen Berufkrauts (Erigeron annus)
im NSG "Ölberg". 11.09.2014, © Rebecca Fies, INULA.

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